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Autorenportrait
Dr. Werner Bruns, geboren 1954 in Hameln, studierte Soziologie und Sozialpsychologie an der Universität in Wuppertal. Nach dem Studium promovierte er 1986 an der Universität Wuppertal zum Dr. soc. Werner Bruns arbeitete als Referent für Arbeitsmarktpolitik in einem Landesministerium. Lehrbeauftragter der Universität Wuppertal für den Bereich "Politische Soziologie", Altstipendiat der Friedrich - Naumann -Stiftung. Aufsehen erregte sein Bestseller "Sozialkrimininalität in Deutschland" und "Zeitbombe Bürokratie", die zur Veränderung der politischen Lage in Deutschland beitrug. Zudem war Werner Bruns Rezensent und Kolumnist der "Welt" Heute ist Werner Bruns als Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium in Baden-Würtemberg tätig und trat mit zahlreichen Buchpublikationen aus dem wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Bereich hervor und ist zu dem Lehrbeauftragter an der Universität Heidelberg für den Breich Soziologie tätig. Heidelberger Elitestudie 2005 Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg Institut für Soziologie, Sandgasse 9, 69117 Heidelberg Vorwort Unter Eliten versteht man die exklusiven Inhaber von Spitzenpositionen in verschiedenen Segmenten der Struktur sozialer Ungleichheit. Den Eliten wird der stärkste Einfluss auf Struktur und Wandel der Gesellschaft bzw. ihrer Subsysteme zugeschrieben. Man muss feststellen, dass es eine Eliteforschung als eigenständige Disziplin der Sozialwissenschaften in Deutschland nicht gibt. Dies hängt u. a. damit zusammen, dass der Begriff „Elite“ durch den Nationalsozialis-mus diskreditiert wurde und hierzulande erst allmählich den wertenden Unterton verliert. „Unsere Gesellschaft braucht Eliten“, hat Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Beginn seiner Amtszeit erklärt und im Jahr 2004 durch den Ruf nach Elite - Universitäten bekräftigt. Die Debatte über Eliten in Deutschland wurde ausgerechnet von einem sozialdemokratischen Kanzler angestoßen - und das, obwohl sich die politische Linke in Deutschland mit diesem Begriff über Jahrzehnte schwer getan hat. Zurzeit findet eine Enttabu-isierung des Elitebegriffs statt! So verwundert es auch nicht, dass sich immer mehr Wissenschaftler mit dem Entstehen von Eliten und ihren Rekrutierung- und Karrierepfaden beschäftigen. Auch Wertorientierungen, politische Einstellungen und Kommunikationsmuster werden zum Unter-suchungsgegenstand, auch die Politik argumentiert seit geraumer Zeit ideologiefrei mit dem Begriff „Elite“. Im Mittelpunkt aktueller sozialwissenschaftlicher Untersuchungen standen in den letzten Jahren vor allem die Wirtschafts- und Politikeliten, weil Probleme von Staat und Gesellschaft - wie u. a. der ständig steigende Nichtwähleranteil, die wirtschaftliche Lage und die hohe Arbeitslosigkeit - Zweifel an der Professionalität der entsprechenden Eliten aufkommen ließ. Obwohl die Kirchen spätestens seit der Wahl des neuen Papstes im Mittel-punkt des öffentlichen Interesses stehen („Wir sind Papst!“ titulierte unlängst die Bildzeitung ), waren die kirchlichen Eliten kein Gegenstand wissenschaftlicher Forschungsarbeiten und das, obwohl auch hier die Krise des Subsystems der Gesellschaft unübersehbar ist: 30 Prozent aller Kirchen müssen demnächst geschlossen werden, in Westdeutschland hat allein die Evangelische Kirche zwischen 1970 und 1990 drei Millionen Mitglieder verloren, der Einfluss der Katholischen Kirche ist stark rückläufig und die Konkurrenzangebote gewinnen immer mehr an Boden, so z.B. der Buddhismus, New Age, Feng Shui und die Esoterik. In den Amtskirchen zählen die Bischöfe, die Erz- bzw. Weihbischöfe und die Landesbischöfe zur Topelite. Diese Würdenträger wurden auch in der Vergangenheit relativ selten analysiert und beschrieben, es fehlen auch wissenschaftliche Daten darüber, wie sie es denn mit ihrem eigenen Eliteverständnis halten. Zählen sie sich selbst zur Elite? Wie bewerten sie andere Eliten? Wie zufrieden sind sie mit den Gestaltungsmöglichkeiten in ihren Organisationen und in anderen Bereichen der Gesellschaft? Diese und andere Fragen beantwortet die hier vorgelegte „Heidelberger Elitestudie 2005“, die besonders begabte Studentinnen und Studenten der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg anlässlich einer Lehrveranstaltung im Fach „Politische Soziologie“ erstellt haben. Der Rücklauf liegt bei 35,48 Prozent, er kann damit als repräsentativ bezeichnet werden. Die Heidelberger Studenten haben bereits im Jahre 2004 eine Elitestudie zu den Bundestagsabgeordneten, der politischen Elite, vorgelegt („Heidelberger Elitestudie 2004“). Die positiven Reaktionen aus den Wissenschaften und den Medien auf diese Studie haben dazu geführt, dass hier eine weitere Forschungsarbeit zu einem wichtigen Segment gesell-schaftlicher Eliten vorgelegt wird. Weitere Elitenstudien für die kommen-den Jahre werden folgen, so z.B. eine Untersuchung zu den Medieneliten in 2006! Die Heidelberger Studenten haben mit ihrer Studie einen Beitrag dazu geleistet, dass die kirchlichen Topeliten aktuell beleuchtet werden. Diese Studie bildet eine wichtige Grundlage für die Eliteforschung in der Bundesrepublik Deutschland und einen wichtigen Beitrag zur soziologischen Forschung. Dr. Werner Bruns Projektleiter und Lehrbeauftragter der Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg. ©Alle Rechte bei Dr. Werner Bruns und der Ruprecht-Karl-Universität, Heidelberg. Mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber zur Unterstützung der Verbreitung dieser Studie. Weitere Veröffentlichungen Mehr… |
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